Die englische Premier League gilt aufgrund von scheinbar endlosen finanziellen Mitteln als die stärkste Liga der Welt. Sechs Vereine, fünf davon unter den ersten acht, qualifizierten sich für die K.O.-Runde der Champions League. Unerwarteterweise schafften es mit Liverpool und Arsenal jedoch nur zwei in die nächste Runde. Dadurch erzielen viele englische Vereine zum wiederholten mal enorme Verluste finanzieller Art. Droht der Premier League ein noch dramatischerer Abstieg als der Serie A in den 90ern?
Berichten zufolge soll der FC Chelsea in der letzten Saison das größte Minus in der Geschichte der Premier League erfahren haben. Die Blues zahlten seit der Übernahme durch die amerikanische Investmentgesellschaft BlueCo im Jahre 2022 circa 1,5 Milliarden Euro für neue Spieler. Hinzu kamen in den letzten Jahren wiederholt Strafzahlungen. Der englische Verein machte zur selben Zeit nur einen Gewinn von ungefähr 230 Millionen Euro. Trotzdem könnte sich die finanzielle Lage Chelseas aufgrund des Titelgewinns bei der Klubweltmeisterschaft und der Teilnahme am Achtelfinale der Champions League verbessern.
In der vergangenen Saison gewann Liverpool mit dem neuen niederländischen Trainer Arne Slot die Premier League. Für diese Saison kauften die Reds sechs neue Spieler, darunter Florian Wirtz (125 Millionen Euro), Hugo Ekitiké (95 Millionen Euro), Alexander Isak (145 Millionen Euro), Jeremie Frimpong (40 Millionen Euro) und Milos Kerkez (46,9 Millionen Euro). Zwar wurden auch Stars wie Luis Díaz (70 Millionen Euro), Trent Alexander-Arnold (10 Millionen Euro) oder Darwin Núñez (53 Millionen Euro) verkauft, jedoch erfuhr der englische Verein ein Transferminus von circa 200 Millionen Euro. Hinzu kommt, dass nicht einmal die Qualifikation für die Europa League für Liverpool wirklich sicher ist.
Trotz Spielern wie Xavi Simons, Kolo Muani oder Richarlison spielen die Spurs gerade einer ihrer schlechtesten Saisons überhaupt. Sie stehen derzeit nur einen Tabellenrang von den Abstiegsplätzen entfernt. Dies hat zu großer Enttäuschung bei den Fans geführt. Auch in der Champions League schaffte es der Verein aus London nicht, gegen Atlético Madrid zu bestehen und in das Viertelfinale einzuziehen.
In den 90er Jahren galt die Serie A als die stärkste Liga der Welt, da durch ausländische Investoren mehr Geld in die Kassen der italienischen Top-Vereine gespült wurde. Trotz aufgefüllter Kassen, blieb der nötige Erfolg jedoch aus und die Serie A bekam zunehmend finanzielle Schwierigkeiten.
Nach Jahren der Dominanz verlor die italienische Liga diesen Titel allmählich. In dieser Saison liegt die Serie A bisher nur auf den fünften Platz der besten Ligen Europas.
Der vermeintliche Erfolg der Premier League ähnelt den Erfahrungen der italienischen Liga. In England scheint es nahezu unerschöpfliche finanzielle Mittel zu geben, doch der Erfolg bleibt aus. In die letzten beiden Finals der Champions League schaffte es kein einziger englischer Verein und auch dieser Jahr könnte der Erfolg eines englischen Klubs in der Champions League verschoben werden müssen. Steht der Premier League dasselbe wie der Serie A bevor?
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